Durch diese Maßnahme des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Mosel-Saar-Lahn sollen die Umtragewege und Einsetzstellen für den muskelbetriebenen Wassertourismus im Bereich der Staustufen Ahl und Limburg optimiert werden. Dies ist erforderlich, um Wasserwanderern auch außerhalb der Schleusenbetriebszeiten, z.B. abends, außerhalb der Saison oder während der turnusmäßig erforderlichen Schleusensperrungen, die Möglichkeit zu bieten, die Staustufen der Lahn zu passieren. Unter direkter Einbeziehung der Nutzer (Ruderer, Kanuten, Kajakfahrer und Stand-Up-Paddler) sollen sichere und benutzerfreundliche Umtragemöglichkeiten entstehen. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Vorgaben der “Richtlinie für die Gestaltung von Wassersport-Anlagen an Binnenwasserstraßen” (RiGeW) gelegt. Soweit möglich sollen hierfür natürliche Baustoffe verwendet und eine gute Integration in das bestehende Gelände gewährleistet werden. Nach Möglichkeit sollen auch zusätzliche Rastplätze an den Umtrageeinrichtungen angelegt werden.
Die vorhandenen Ein- und Ausstiegsstellen zum Umtragen kleinerer Sportboote (zum Großteil Kanus) an der Staustufe Ahl sind einfache Treppenkonstruktionen und erfahrungsgemäß mit einer eingeschränkten und umständlichen Benutzung verbunden. An beiden Einsetzstellen fehlt eine vorgelagerte Plattform, die den Umtragevorgang deutlich vereinfachen könnte. Zudem ist der vorhandene Umtrageweg teilweise nicht ausreichend beschildert und gesichert. Im Jahre 2019 wurde eine umfangreiche Variantenuntersuchung zur möglichen Umgestaltung der Einsetzstellen und Verbindungswege erarbeitet. Im Juni 2020 wurde den betroffenen Behörden, Anliegern und Interessenvertretungen vor Ort der aktuelle Planungsstand vorgestellt. Nachdem die Entwurfsplanung im September 2022 fertiggestellt wurde, konnte ca. ein Jahr später die Bauleistung ausgeschrieben und Ende Januar 2024 vergeben werden. Nachdem für die Kampfmittelfreiheit (mit Tauchereinsatz im Wehrkanal) gesorgt und weitere Baugrunduntersuchungen durchgeführt wurden, konnte am 28.10.2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bisher wurde im Schleusenkanal die Doppeltreppe mit vorgelagerten Querstufen als Anlegemöglichkeit weitestgehend fertiggestellt, der Umtrageweg vorbereitet und im Unterwasser nach Startschwierigkeiten aufgrund eines sehr heterogenen Untergrundes die Wasserhaltung für die Baugrube installiert. Es wird mit einer Fertigstellung der gesamten Maßnahme bis Ende April 2025 gerechnet. Der Schleusenbetrieb ist zu Beginn der Schifffahrtssaison davon nicht mehr beeinträchtigt.
In Limburg werden die zum Teil bestehenden Umtrageeinrichtungen aufgrund des langen und beschwerlichen Fußweges kaum bzw. nicht genutzt. Die Wasserwanderer passieren die zwei Staustufen in der Regel über die Schleuse Limburg, was jedoch zu regelmäßigen Begegnungen mit Motorbooten und Fahrgastschiffen führt und aufgrund der Querströmung der benachbarten Wasserkraftanlage nicht ungefährlich ist. Ein erster Ortstermin mit den Nutzern und der Stadt Limburg fand bereits im Jahre 2016 statt. Aufgrund der schwierigen Randbedingungen wurde 2019 eine Variantenuntersuchung zur Optimierung der Umtrageeinrichtungen in Limburg beauftragt. Diese fand jedoch leider keine Lösung, die eine uneingeschränkte Nutzung ermöglichen würde. Daraufhin wurde vom WSA Mosel-Saar-Lahn eine der Varianten weiter optimiert und eine zusätzliche, technischere Variante entwickelt. Bei Ortsterminen in 2021 wurden diese Lösungsansätze verschiedenen Interessenvertretungen und Behörden vorgestellt und diskutiert. Jedoch konnten die bekannten Probleme nicht beseitigt oder umgangen werden. Alle Varianten mussten letztendlich aufgrund von Sicherheitsbedenken verworfen werden. Zwar gab es im Herbst 2021 noch einmal die Hoffnung, dass im Zusammenspiel mit laufenden Planungen im Bereich der WKA „Am Brückenturm“ eine Lösung gefunden werden könnte (am Ober- und Unterwehr jeweils am rechten Ufer), aber auch diese Überlegungen haben aufgrund von Sicherheitsbedenken keine umsetzbare Variante hervorgebracht. Das zentrale Problem bleiben die Strömungsverhältnisse im Bereich der Wehre. Insbesondere bei höheren Abflüssen ist es v.a. für unerfahrene Wasserwanderer zu gefährlich, einen nahe an den Wehren gelegenen Ausstiegspunkt anzusteuern. Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse kann der Wehrarm deshalb nicht für die Schifffahrt freigegeben werden.
Dies hat zur Folge, dass im Zuge des Projektes die Maßnahme C.2 „Umtrageeinrichtung für den muskelbetriebenen Wassertourismus an der Staustufe Limburg“ nicht weiterverfolgt wird. Das Projektteam bedauert es, dass für Limburg keine realisierbare Lösung gefunden wurde.
(Quelle: https://www.lila-livinglahn.de/massnahmen/action-c-2-optimierung-der-umtrageeinrichtungen)